Sachen gibt's...

16 Januar 2009

... die gibt's gar nicht.
Zum Beispiel Gothic-Umstandsmode.
Es reicht ja noch nicht, dass man als Ballon durch die Gegend walzt, man muss auch noch genauso bunt und lustig aussehen. Und brav natürlich. Am besten mit Entchen und Bärchen und so 'nem Quark.
Also entweder selber nähen oder aber in den sauren Apfel beißen.
Das empfinde ich als Diskriminierung. Neben all den anderen Diskriminierungen, die man als Schwangere so ertragen darf -___-°
Es scheint allgemein gültig zu sein, dass Schwangere
  • alles zu jeder Zeit fressen (von essen wird schon gar nicht mehr gesprochen)
  • immer miese Laune haben
  • nichts irgendwo machen dürfen (aber es wird sich beschwert, wenn keine saubere Wäsche oder was zu Essen da ist), da schwanger = totsterbenskrank
  • keinen Spaß haben und ausgehen dürfen, weil ausgehen = Rauchen, Alkohol & laute Musik
Die herrschende Meinung war mir schon immer zu wider, aber jetzt ist's echt penetrant wie man mit anderen über einen Kamm geschoren wird.
In Zeitschriften liest man immer von "Jetzt dürfen sie sich verwöhnen lassen."
Von wem? Dem Autor des Beitrags einer dieser ominösen Zeitschriften?
Wenn ich hier nicht den Haushalt schmeiße, würde ich tagtäglich über die Klamotten meines Freundes stolpern, die fein unsäuberlich in der kompletten Wohnung verteilt liegen und ich dann erst einmal raten darf, ob das Dreckwäsche ist oder noch getragen werden will.
Der Abwasch würde solange rumstehen, bis er von alleine in den Geschirrspüler watscheln kann und in unserer Badewanne würde ein Supermarkt für Silberfische eröffnen.
Unser Teppich würde fröhlich weiter rot-weiße Wüstenhexenwollflocken entwickeln und auf die Reise durch die weiten unserer Wohnung schicken.
Und der Begriff Mülleimer würde auf die komplette Wohnung zutreffen, da der ja auch noch nicht gelernt hat von alleine in die Mülltonne zu wandern.
'Ne Einkaufstüte mit nichtmal 1kg Gewicht wird mir aus den Händen gerissen, aber der 60l Sack Müll wird nicht auf dem Weg nach draußen mal mit runter genommen.
*hüstel*
Das wird dann unter väterlicher Vorfreude und Verwirrtheit verbucht. Wobei von Vorfreude wenig und von Verwirrtheit eindeutig mehr wahrzunehmen ist.
Ahja, Bestellungen bezüglich des Geschlechts darf man auch noch entgegen nehmen.
Als wenn Außenstehende im Endeffekt großartig etwas davon hätten. Von denen will doch eh keiner freiwillig Babysitten ó__Ò
"Das größte Glück für eine Frau" ist wohl mehr Schall und Rauch, jedenfalls habe ich es bisher so kennengelernt und auch von anderen bestätigt bekommen.
Es ist eher gewöhnlicher Alltag mit ein paar Kilos mehr vorne, mehr Schmerzen hinten und vorne und weniger Kondition. Und vielen guten (sinnfreien) Ratschlägen von allen Seiten, mitleidigen oder sogar eifersüchtigen Blicken und unverständlichem Verhalten vom halben Umfeld.

Kleines Beispiel *grins*
Ich meinte zu meinem Freund, dass er mir in ein paar Monaten helfen müsste beim Schuhe anziehen.
Er meinte "Nö wieso, wir haben doch 'nen Schuhlöffel."
Ich sehe jetzt im Stehen schon meine Füße nicht mehr und bin gerade mal im 6. Monat...

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