Grau Fühlen

30 Juni 2011

Depressive Anflüge sind bei mir seid einiger Zeit Gang und Gebe.

Ich finde es jedesmal erstaunlich, wieviele Menschen in meinem Umfeld ähnlich gestrickt sind.
Sind es keine Depressionen, sind es anderweitige Probleme oder Macken, die ihnen zu schaffen machen.
Oder aber ihnen wird dadurch zu schaffen gemacht.

Da kommt jemand mit einer Schablone, legt sie auf und merkt "Ah, da und da passt es nicht.", und versucht denjenigen zurecht zu biegen.
Ich finde das absolut ungerecht, einschneidend und respektlos.
Helfen wollen ist das eine, aber andere zu beeinflussen, nur weil sie nicht in ein Muster, ins System, in die bescheidene Gesellschaft passen - das ist Diskriminierung! Jawohl, emotionale Diskriminierung!
Man kann doch nicht jeden Tag der pure Sonnenschein sein.

Man hat das Gefühl nicht über seine negativen Gefühle sprechen zu dürfen.
Tut man es, kommen Sätze wie: "Was soll's, das wird schon wieder!", "Da musst du durch!" oder "Reiß' dich zusammen!".
Wie soll man denn bitteschön lernen, mit derartigen Situationen umzugehen und klarzukommen, wenn man sie nicht aus- und durchleben darf, sondern lieber verdrängen und alles runterschlucken soll?

Ich versinke oft mit Genuss in bittersüßer Melancholie.
Irgendwie gibt sie mir das Gefühl überhaupt am Leben zu sein. Mit anderen Menschen verbunden zu sein.
Ihren Schmerz zu spüren, ihre Sehnsüchte, Angst, Bedürfnisse...
Ich höre zu.
Ich bin da.
Ich sage nichts, außer man bittet darum.
Und das genügt.


Ist das schlecht?
Verkümmert der Mensch dadurch?
Nein.
Er erblüht!


Kommentare:

  1. mh, das merk ich auch immer. ich muss heute auch wieder zur psychologin und sie wird enttäuscht sein, denn an ihren plan kann ich mich nicht halten. sie ist der meinung nur mit festen strukturn in meinem leben könne ich vernüftig leben und nur so würde ich gesnud bleiben. für mich ist das nicht so. ich brauche spontanität und möchte nicht jeden tag planen. das bin ich mit meinem chaos, mit meinen stimmungen.
    manchmal machen diese stimmungen angst, aber eben nur manchmal.
    und ja, nur friede freude eierkuchen wäre auch nichts für mich. durch sowas spürt man das leben.
    nicht wahr?

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  2. Ich kann solche Stimmungen bei mir nicht so gut verkraften.Weil ich weiß,daß sie nicht wirklich ICH sind.....sie gehen auch schnell wieder vorbei,nicht weil ich sie unterdrücke,nein,ich lasse sie zu,lebe sie bewußt,um sie dann wieder gehen lassen zu können.
    Gestern war mal wieder so ein grauer Tag,aber lange hält das bei mir nicht an.Ich bin schon eher die Frau,für die das Glas eben IMMER halbVOLL ist und nicht halbleer.....mir wird dann die Schönheit des Lebens so sehr bewußt,daß ich nimmer grau sein kann,es geht nicht.

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  3. Mhm....
    Ich schließe mich meinen vorredner an. Und gerade solche Stimmung können etwas beherbergen was man erst am Ende erkennt. Etwas neue erblüht, nachdem der Regen fiel. Eine neue Blume, eine neue Rose vieleicht? Gar ein Baum?

    Man muss akzeptieren dass viele versuchen und versuchen werden einen ein System aufzupressen. Ich für meinen Teil habe realisiert, dass es nichts bringt darüber sich aufzuregen. Natürlich steckt dahinter noch mehr, aber ich denke auch es ist einfacher bei mir vond er SItuation her.

    Durchhalten.... Zusammenreissen....
    Es kommt doch darauf an wie man selber es für sich auffasst. Man kann diese Aufforderungen so auffassen, doch bei seinem Weg zu bleiben, anstatt das hineinpressen in fremde Systeme zu vermuten? Egal was von den DIngen es nun ist, ich für mich habe das erste gewählt. Ob es nun wahr ist oder nicht....

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  4. @ Sania: Mir persönlich wäre solch eine Therapeutin zu anstrengend. Da würde ich mir eine andere suchen, die mich und meine Muster wirklich versteht und einen besseren Zugang zu mir und angemessene Lösungswege ergründet.
    Ja durch die dunklen Zeiten spürt man überhaupt erst das Leben.

    @ Wald: Mir geht es ja ähnlich.
    Ich brauche die Dunkelheit, um das Licht erkennen zu können.
    Sich das Licht nur einzureden führt es nicht herbei, sondern eher zur Umnachtung.

    @ Kobald: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele diese Floskeln bringen, weil sie sich nicht wirklich mit einem, seinen Sorgen und Problemen beschäftigen wollen oder können. Ihnen geht das Thema selbst nahe und anstatt dann zuzugeben, dass es sie berührt - eventuell sogar verängstigt, blocken sie ab und verlieren so die Möglichkeit wertvolle Erfahrungen zu machen.

    Danke für eure lieben Kommentare! :)

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  5. Mhm^^
    Das kann durchaus so sein und wird so sein, da es deine Erfahrungen sind. Und sowas muss man akzeptieren. Diejenigen die die Dunkelheit fürchten haben ANgst vor dem Schmerz, der durch die Transformatiom und Konfrontation entsteht. Im Grunde eben das was du gesagt hast.

    Unsere Erfahrungen, unsere Beobachtungen (nicht nur von uns, sodnern von allen die ernsthaft beobachten, vorurteilsfrei), werde das eine oder andere zeigen. Es ist wichtig die DUnkelheit zuzulassen, aber nicht ewig darin zu verweilen. Kein langes verweilen in jedem erdenklichen STadium des Geistes/Zustandes, kann Vorteile und Erkenntnisse bringen. Wenn man zuviel erkennt, kann bloss die Seele leichter gebrochen werden und daher würde ich es wichtig finden, um dein Prinzip aus deiner Erfahrung zu bemühen, nirgendwo lange zu verweilen. Weder nur im Licht, weder nur in Dunkelheit, weder nur in grau, weder noch sonstwo....

    Ich denke ich werde in meinem Blog mal darüber philosophieren gehen.... *gg*

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