Nachlässig vs. Durchlässig

19 November 2011

Mein Kopf arbeitet zu viel in der letzten Zeit.
Also auch kein Wunder, wenn ich immer wieder Migräne habe.
Durch's Shiatsu habe ich ja schon einiges "begriffen" und in anderen Dimensionen interpretiert (warum mir manche Dinge Probleme machen, was die tieferliegenden Bedeutungen sind etc.).
Leber und Gallenblase machen mir z.B. Probleme - im übertragenenen Sinne, es geht hierbei nicht um die Organe selbst, sondern eher ihre Entsprechungen.
Sehnen, Durchlässigkeit, Freiheit, Augen, Erkennen...
Es ist für mich schwer, Dinge durch mich hindurch gehen zu lassen.
Meist mache ich eher auf steif und stur und es geht an mir vorbei, oder aber bleibt hängen.
Seien es Erlebnisse, Worte oder Ansichten.
Oftmals verliere ich dann auch den Halt und weiß vor lauter Dingen um mich herum gar nicht mehr wohin mit mir. Ist ja schließlich auch kein Platz, wenn sie nicht wirklich erledigt werden. Ob nun wirklich stofflich oder im übertragenen Sinne.
Wenn dann beim Üben jemand an mir einen der beiden Meridiane bearbeitet, bin ich die kommenden Tage zu nichts zu gebrauchen. Häufchen Elend ist dann noch ein Kompliment.
Bevor dieser Zustand durch einen Kurs bei mir ausgelöst wurde, hatte ich es so gar nicht realisiert.
Es dauerte auch eine Weile, bis ich das alles so in Verbindung gebracht hatte und nachvollziehen konnte.
Und jetzt ist es gar nicht so leicht für mich, dieses Muster aufzudröseln, da derzeit eh schon alles unnötig kompliziert und anstrengend ist.
Ich bin echt heilfroh, dass innerhalb des ersten Ausbildungsmoduls 10 Behandlungen durch einen erfahrenen Shiatsu Praktiker als Selbsterfahrung Pflicht sind. Damit fange ich nächstes Jahr an und hoffe dann, dass ich dadurch unterstützt an dem Verhalten arbeiten und die Situation bessern kann.
Auch bin ich einem meiner Brüder überaus dankbar, dass er ungefragt die Kosten für die Ausbildung übernimmt, solange ich noch keine Arbeit habe.
Wir teilen in etwa das selbe Schicksal (kein Wunder, wir haben ja die selbe Mutter und Oma), was Depressionen und Stimmungsschwankungen anbelangt. Wir waren uns schon immer sehr ähnlich von Interessen und Vorlieben her und verstehen uns sehr oft auch ohne Worte.
Von daher bin ich sehr froh, dass ich ihn habe.

So, gekonnt den Faden verloren.
Eigentlich würde ich jetzt auch hier sitzen und stricken, aber der Krümel hat mir meine Nadeln geklaut und nun muss ich die erst einmal wieder suchen, sonst komme ich nicht weiter.
Ich kann ja schlecht mit einer anderen Stärke weiterstricken... Nagut, können schon, aber das sieht dann äußerst seltsam aus.
Dabei ist der zweite Tassenwärmer zu 2/3 fertig und ich wollte ihn eigentlich heute beenden.

*seufz*
Die Tage habe ich auf der Couch gelegen und mal alles mögliche aufgezählt, was positiv in meinem Leben verläuft, was mich glücklich macht, was ich schätzen kann.
Das war gar nicht so wenig.
Aber Heimweh und Sehnsucht nach Freunden übertüncht das doch ganz schön stark.

Was macht ihr an Tagen oder Wochen, wo es euch so richtig mies geht?

Kommentare:

  1. Erstmal alles Liebe dir!
    Was ich mache,wenns mal nicht so toll geht?Ich gehe in den Wald mit meinen Hunden,oder,was wirklich IMMER hilft,ich gehe zu meinem Freund Dustin,meinem Pflegepferd und reite ein bißl.Aber schon nur bei ihm sein bringt mich wieder zurück in Richtung Mitte.Ich habe das ganz massiv gemerkt,als ich in letzter Zeit wenig zu ihm kam,weil meine alten Eltern mich jetzt sehr brauchen.Nun konnte ich gestern und heute zu ihm und reiten und ich fühle,wie mich ein warmer Strom aus Glück durchströmt.
    Kennst du das Buch "Aussöhnung mit dem inneren Kind"?Empfehlenswert meiner Ansicht nach.
    Grüßles
    WaldSuse

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  2. Wenn es mir wirklich, wirklich mies geht,.....(Geständnis!).....dann kann ich eine ganze Zeit nicht mehr aufhören zu weinen......und es dauert Tage, bis ich wieder in der Mitte bin,.....oder noch länger....
    Was mach ich? Mich ausheulen, selbst bemitleiden, und wenn ich damit fertig bin,.....lenke ich mich ab. Überlege, auf was ich jetzt Lust hätte, und versuche das zu tun......
    Es fällt mir dann schwer mich auf etwas zu konzentrieren, wie lesen zum Beispiel,....aber wenn ich mich zum lesen durchringen kann,....hilft es dann auch meist.
    Raus gehen,.....mag ich in so einer Situation überhaupt nicht. Im Grunde kann mir niemand helfen, außer ich selbst.
    Wenn ich dann halbwegs wieder bei mir bin, mache ich "einen Plan" wie`s weiter gehen soll.
    Aber jeder hat da sein eigenes Rezept.

    .....und Du hast noch einen Bruder....der Verständis dafür hat. Das ist doch schon mal sehr viel wert.
    ....und auch, dass Du durch das Shiatsu die Möglichkeit hattest zu erkennen wo die Ursachen sind....und alles verbessern kannst.

    Alles Liebe und...einen dicken umärmel...
    Rosi

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  3. Danke für eure Tips.

    Ich finde, weinen und Selbstmitleid sind oft wichtig, solange man nicht komplett darin versumpft.
    Irgendwo muss der ganze Druck, Stress und Frust sich ja äußern und abgelassen werden.
    In unserer Gesellschaft gibt es so viel davon, das ist ja schon eine richtige Krankheit.

    Wir kommen alle viel zu kurz, solange wir nicht wieder zu uns selber finden und leider geht das heutzutage fast nur noch über krasse Äußerungen unseres Körpers und unserer Seele *tief seufz*.

    *euch mal umarm*
    Danke :)

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