0-8-15 vs. alte Hasen

20 März 2013

Manche sammeln Briefmarken. Manche Euromünzen. Andere vielleicht Kuscheltiere, Wallpaper für den PC, leere Getränkedosen, einige vielleicht auch nur Staub.
Wann entstand eigentlich dieser Trend Leser für seinen Blog zu sammeln?

Einige lieben Awards, andere mögen sie gar nicht.
Ich kenne Awards noch aus meiner Homepage Anfangszeit (2001), damals waren sie kleine Auszeichnungen, die dem Betreiber wissen ließen, dass der Verleiher seine Homepage mag, toll oder sogar herausragend findet. Fertig.
Blogawards sind anders.
"Suche so und so viele Blogs mit weniger als X Lesern und verleihe ihnen diesen Award."
Hm.

Hm?
Muss das sein? Kann ein Award nicht einfach wieder eine "Gut gemacht!" Plakette sein?
Braucht ein Blog wirklich 1000+ Leser, um gut zu sein?
Muss man an eine Auszeichung Bedingungen knüpfen?

Auf manchen mit 200+ Lesern finden sich für mich teilweise nur Attention Whoring Beiträge.
Kopien von Blogs mit mehr Originalität, Qualität und Inhalt. Das stimmt mich etwas traurig.
Ist die Bloggerszene jetzt China?
"Das ist gut, das mache ich auch, ändere da ein bisschen was und das ist dann meins! ^_^"

Als ich anfing mit Bloggen... in grauer Steinzeit also *g* ich glaube 2005 oder 2006, damals noch auf meiner alten Freenet Homepage, danach war ich mal bei den MSN Spaces, Myspace, auch schon bei Blogger, aber wegen der schlechten Designgestaltung dann doch wieder auf meiner eigenen Homepage; als ich damals anfing, war ein Blog eine Art Tagebuch.
Es wurden Gedanken geteilt, Fotos, Alltag, Geschichten und Erinnerungen.

Und heute?
Blogs werden kommerzialisiert. Gott, was hat mich früher die Werbung auf Lycos' Homepages genervt, auch auf meiner eigenen. Selbst wenn man nur ein Bild hatte und es woanders verlinken wollte, schwupp! Kam die Werbung durch's Bild.
Google Ads halten sich zwar meist noch etwas dezenter (vom ganzen Drumherum, Datensammeln usw. mal abgesehen), jedoch findet man dafür inhaltlich extrem viel "Werbung".
Siehe z.B. Glossy Box. Interessante Marketing Strategie, die sich über Blogszene und Youtube rasant verbreitete. Für mich nichts, da ich einige Unverträglichkeiten habe und mir nicht jeden Mist auf das größte Organ meines Körpers schmieren mag - auch wenn es einem zu einem Spottpreis verkauft wurde.
Liebe Box AbonenntInnen: Fühlt euch durch diese Aussage bitte nicht gleich ans Bein gepinkelt! Es ist nur meine persönliche Meinung und die muss ja nicht mit der euren überinstimmen ;)
Ich denke dabei eher ans Management, ans Marketing, an die Firmen, welche Internetuser - vor allem Blogger und Youtuber als Werbeträger sehen und benutzen.
Was früher auf dem Schulhof die angesagten und beliebten Leute waren, sind heute User mit hohen Leserzahlen/Followern. Was sie vormachen, muss einfach gut sein, wird Trend, wird kopiert.

Was mich daran allerdings freut: Ein Boom an Rezept- und DIY Blogs. Sinnvolles und gesundes selber machen, in der Küche oder für zu Hause. Das ist doch mal was. Zumindest wenn man dann nicht auf 10 Blogs immer das gleiche findet.

So viele "alte" Blogger wissen nicht mehr recht, wie sie mit ihrem Blog umgehen sollen.
Kommentarfunktionen werden aufgrund von Trollen und Werbespammern beschränkt oder ganz abgestellt.
Das Impressum ist ein Dorn im Auge.
Man will nur dies und das schreiben, aber die breite Masse interessiert sich lieber für oberflächliches, anstatt für tiefgründige und aufwühlende Gedankengänge.
Du möchtest sie einfach nur niederschreiben, vielleicht die/den ein/e oder andere/n mit ähnlichen Gedanken ansprechen und zu einer vielleicht überaus interessanten Diskussion anregen, stattdessen wirst du getrollt und abgewertet.

Ist ein Blog wirklich nur mehr ein Werbemedium?
Bin ich als Blogger ein Dienstleister, der dem Willen der breiten Masse entsprechende Beiträge abliefern und sich gut verkaufen muss?

Darauf habe ich persönlich jedenfalls keine Lust.
Mein Blog, meine Bilder, meine Meinung.
Mein Kaffee! *schlürf*

Kommentare:

  1. Danke! Ganz toller Beitrag :-) Ich blogge auch nur noch die Dinge auf die ich Lust habe und basta. Ich habe mir früher einen Stress wegen der Fotos gemacht, weil ich dachte, dass ich unbedingt eine sauteure Kamera brauche, die ich aber gar nicht will. Ich bin zu 95% mit meinen Handyfotos rundum zufrieden und wenns echt mal besser sein muss wird die kleine Digicam rausgekramt.
    Zu deinem Kommi: Keine Ahnung warum Du nicht alle Bilder siehst ich habs an vier verschiedenen Geräten probiert und da klappts. Vielleicht spinnt Blogger auch mal.
    Liebste Grüße und gute Besserung

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  2. Gute Anregung denk ich. Es ist zwar immer schön sowas wie einen Award zu bekommen, aber gleuch an Bedingungen geknüpft sein? Muss nicht sein...
    Zumal sich die Blogger, die diese "Bedingungen" nicht erfüllen aber davon (von so Awards) wissen, womöglich recht entmutigt fühlen. Mit "Trollen" und dergleichen hab ich persönlich keine AHnung in meinem Blog, keine Probleme dahingehend, kann dir also da nicht nachfühlen.^^

    Ich persönlich halte mein Blogg wirklich schlicht, er dient, wie anfangs bei dir auch, als eine Art Gedankenbuch. Keine Lust da groß was zu machen, eigentlich sollte der Inhalt doch mehr zählen (wie du indierekt angedeutet hast)? :)

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  3. Ich kenne deine Gedanken sehr gut, immer diese Gewinnspiele wo man dan leser werden soll machen mich wahnsinnig...
    Oder all diese Mode Blogs von den kleinen 14 Jährigen die eigentlich für mich keinen sinn und Zweg haben...
    Ich mag diese Leser jagt nicht, entweder gefält mein Blog oder nicht und wehm er gefältd er list schon...
    Ich finde das ein Blog ein selber darstellen sollte, was einen interresiert udn wen da hin und wieder mal test produkte sind okay, oder mal werbung auch aber einige haben das ja nur und das stört finde ich sehr...
    Ich stimme dir da eigentlich zu in allem

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