Wer definiert eigentlich was besser ist?

21 März 2013

"... so und so sieht das doch viel besser aus, und wenn du das so und so machst, ist das auch attraktiver."
oder
"Ich könnte so einiges an dir ändern und damit wärst du gleich ganz anders."

Was ich mache, gehört zu mir, ist Ausdruck meiner selbst. Stimmt? Oder?

Wir sind frei zu tun, was wir wollen, wonach es uns (natürlich in einem gesetzlich festgelegten Rahmen) beliebt - und dennoch sehen wir uns oft der Kritik ausgesetzt.
Dabei sind jene, die uns diese Kritik entgegen bringen leider oftmals überhaupt nicht kritikfähig. Vor allem was konstruktive Kritik anbelangt.

Eure Kommentare zu meinen letzten Beiträgen haben mich nachdenklich gemacht, naja noch nachdenklicher als ich eh schon war.

Mein Blog, meine Zeichnungen, meine Fotos, meine anderen kreativen Auswüchse, alles habe ich irgendwo im Internet. Einige auch der konstruktiven Kritik wegen. Bitte her damit! Ohne kann ich mich nicht verbessern. Aber das gilt nur für feste bzw. bewährte Muster, Strick- und Häkelmuster z.B. oder Anatomie und Perspektive beim Zeichnen und Malen.

Kann man so etwas auf Design und Stil übertragen? Auf Kleidung und Makeup, oder auf meine Internetpräsenz in Form von Blog und Homepage?
Hallo Schublade oder gar Schablone?

Ich denke, dass diese Vereinheitlichung in gewisser Weise aus der Individualisierung resultiert.
Der Mensch ist ein Gemeinschaftstier, er sucht Seinesgleichen und Gesellschaft. Durch die ausgeprägte Individualisierung heutzutage geht damit einiges verloren. Wir stehen alleine da, wissen kaum mehr Familie, alte Menschen usw. zu schätzen, da wir mitunter das Gefühl haben, dass wir auch nicht so wertgeschätzt werden wie wir es uns wünschen.
Es ist traurig mit anzusehen, wie immer mehr die falschen Werte in den Mittelpunkt rücken, man nicht mehr hinter Worte und Bilder schaut, bzw. tiefer in die Materie eindringt, um das wahre Wesen dahinter zu erkennen.
Dieses Wesen ist dann nicht bloß diese Person, dieses Bruchstück. Es ist die Gesamheit aus Person, Umfeld, Lebensweg, Erfahrungen usw.

Wir gehören zur Gattung Mensch. Das sollte die Schublade, die Schablone sein.
Da ist alles andere egal, Hautfarbe, Musikgeschmack, Vorliebe für Farben oder Nahrung, Glaubensbekenntnisse. Ich als Heide habe einige christliche Freunde und wir haben schon die interessantesten Diskussionen zum Thema Glauben gehabt, ganz tolerant und offen.
Bei Kleidung und Makeup kann dahingegen mit einigen schon richtiger Krieg ausbrechen.
"Nein! Ich lasse mir meine billige Jeans nicht verbieten, nur weil die Herstellung unfair und umweltbelastend ist! Dafür esse ich halt kein importiertes Obst!"
oder
"Ja, machen die von MAC und Schwarzkopf halt Tierversuche, machen andere doch auch. Ich will aber bei meiner quietschbunten Haarfarbe bleiben und ich stehe total auf den Lidschatten!"

Keiner von uns würde wohl einem Inuit erzählen wollen, er solle aufhören Fisch und Fleisch zu essen, das wäre nicht gut für seine Gesundheit und die Umwelt.
Seine Situation ist eine andere, als unsere, mit unseren 1st World Problems.

Wie lange dauert es in unserer so statistikgeprägten Gesellschaft wohl, bis ein Mensch reif genug ist, einen anderen einfach sein Selbst zu lassen, zu akzeptieren und zu respektieren?

Kommentare:

  1. Wie lange es dauert?
    Ich würde sagen bis es "IN" ist, oder bis es sich wirtschaftlich rentiert in Form einer Marktnische.
    ODer bis es statistisch gesehen "gesünder" ist reif genug zu sein.

    Im Grund also werden wir das wohl kaum mehr erleben.

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  2. ich denke das viele dieser Ratschläge auch daher rühren das man es gut meint und nicht weil man jemanden verändern will...
    Ich denke wen dir jemand sagt kauf dir lieber nicht da und da die Jeans die sind mit so schlimmer Chemi voll gepulvert das man krebs davon bekommen kann usw...
    das ist denke ich keine veränderung sondern einfach aus sorge um einen

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    1. Ja, nur leider werden oftmals besorgte Ratschläge als persönlicher Angriff gewertet.
      Warum sonst stehen Veganer so stark in der Kritik? Alleine ihre Existenz, ganz ohne das sie missionieren, ist vielen schon eine Provokation. Und das finde ich traurig.
      Genauso sind viele Veganer sehr kritisch und abwertend gegenüber Vegetariern.
      Jeder meint es besser zu wissen anstatt zu erkennen, dass Akzeptanz es anderen erst ermöglicht weitere Wege für sich zu entdecken, anstatt ihre eigenen Ansichten stur zu verteidigen.

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    2. das mark stimmen aber ich denke das Akzeptieren von etwas nicht ratschläge aus schließt..
      es kommt natrülich auch drauf an wie diese aus gesprochen werden...

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