"Soja - Sonein?" - oder "Vegane Ernährungsproblemchen"

12 Juni 2013


Bei manchen Sachen zweifle ich am menschlichen Verstand.
Mit einem Mal wird Soja verteufelt, es sei ja so ungesund, und Gen-Soja und sowieso und überhaupt!
Das hier ein ungemeines Halbwissen vorliegt und sich gekonnt weiterverbeitet, liegt eigentlich für jeden der sich eingehend mit Ernährung beschäftigt auf der Hand.
Jedes Nahrungsmittel sollte immer in Maßen genossen werden, vor allem jene mit besonderen Qualitäten für den menschlichen Körper.
Das beste Beispiel ist wohl Salz. Kein Arzt würde einem raten, dass man mal eben ein Päckchen à 500g in einer Woche vertilgen soll, da der menschliche Körper Salz braucht. Aber um Protein wird so ein Affentanz veranstaltet?
Natürlich braucht der menschliche Körper Eiweiß, natürlich ist es in hohen Mengen in Soja enthalten, aber auch in anderen, nicht tierischen Lebensmitteln. Nur weil viel Eiweiß in Soja enthalten ist, muss man sich nicht gleich damit vollstopfen. Meiner Meinung nach gibt es nun diese "Aufreger", weil wir "dummen" Europäer unseren eh schon übersteigerten Fleischkonsum tofunisiert haben. Daher auch der Begriff der "Tofu-Veganer", die sich hauptsächlich von Fleischersatzprodukten ernähren.

Neben viel Eiweiß enthalt Soja Östrogen - hier wird es problematisch. Ist Frau nicht gerade in den Wechseljahren, kann sich ein erhöhter Konsum von Sojaprodukten negativ auf den Hormonhaushalt auswirken. Ich reagiere z.B. sehr stark auf hormonelle Verhütung und habe die letzten Monate etwas mit Soja übertrieben. Das Ende vom Lied: Eine Schwäche in meinem Körper, die sich nach Schwangerschaft und Stillzeit und all dem Stress nicht ausgleichen konnte, hat bei mir nun zu PMS geführt. Der Soja-Verzehr war der Tropfen, der das allseits bekannte Fass zum Überlaufen brachte.
Dennoch ist Soja jetzt für mich nicht gleich etwas schlechtes. Ich kann nur immer und immer wieder Paracelsus zitieren: "Die Dosis macht das Gift.".
Auch andere Ernährungsfaktoren können zu PMS führen, z.B. zuviel Milchprodukte, Fleisch (ist ja auch mit Hormonen vollgestopft), Kaffee, Alkohol, Weißmehl - oder kurz gesagt eine zu einseitige Ernährung.

Zum Thema Gen-Soja:
In unserem Kurs zur TCM meinte der Kursleiter, mit Soja sollte man lieber vorsichtig sein, es in Maßen genießen (da hat er auch recht) und heutzutage mit dem Gen-Soja ist das ja eh kritisch.
Im Netz findet man allerdings genug Seiten, die einem verdeutlichen, dass genmanipuliertes Soja hauptsächlich in der Futtermittelindustrie Verwendung findet.
Und solange keine Deklarationspflicht für das Futter besteht, das den Tieren verfüttert wurde, wird auch kein Mensch sicher sein können, dass in seinem Supermarkt Steak kein Genfutter steckt.
Da schreien viele "Gen-Food, nein Danke!", und greifen zu "genfrei" Produkten, aber haben keine Ahnung, was sie sich in Form von billigem Fleisch auf den Teller laden. Zumal die Tiere selbst genmanipuliert wurden, um zu solchen Fleischmaschinen zu werden.
Ich war dann auch so frei das im Kurs anzusprechen und einige wurden daraufhin etwas grün im Gesicht.
Hauptsache in ihrem Denken hat sich etwas geregt.

Es muss nicht immer Soja sein: 


Andere Hülsenfrüchte sind ebenso reich an Eiweiß, Vitaminen, Magnesium usw.. Oder Lupinen! Ebenfalls eine gute Eiweißquelle.
Hier einige Übersichten:

Hülsenfrüchte in der Lebensmittel-Tabelle
Hülsenfrüchte (reife) Nährwerte und Kalorien

Abseits von Tofu, Tempeh und Miso kann man damit leckere, vollwertige Gerichte zaubern, z.B. Curry, Eintopf, Chili, Bohnenbruger...

Mir kommt es ein bisschen so vor, als klammerten sich vor allem Fleischesser immer mehr an alles, was Vegetarismus und Veganismus schlechter dastehen lässt, um sich selbst nicht schlecht fühlen zu müssen, da sie ihr Gewissen beißt oder sie sich ohne Grund angegriffen fühlen. Dabei ist es ihnen dann vollkommen egal, ob ihre Aussagen wahrheitsgetreu, unsinnig oder längst veraltet sind. Auf die wird gepocht und gepocht und extra die Ohren gespitzt, ob man nicht noch mehr in der Richtung in Erfahrung bringt.

Natürlich weiß auch ich nicht alles und lasse mich gerne eines besseren belehren. Soweit die Aussagen Sinn machen...

Kommentare:

  1. Danke für den Denkanstoss und Aufklärungsbeitrag.

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  2. Ja den Eindruck teile ich mit dir. Ich esse ja eher selten Tofu und Fleischersatz. Ich finde der Schmeckt zu 95% einfach nicht. Soja macht mir dann eher Probleme wenn es um Milchersatz geht. Ich kaufe eigentlich eher Nuss- oder Getreidemilch. Aber ich bekomme immer mal wieder Sojamilch geschenkt und wenn ich dringend was brauche und nur bis zum nächsten Edeka komme, muss ich meistens Sojadrin nehmen weil die nichts anderes führen. Ich wünschte im übrigen sehr das in Deutschland mal endlich Kokosjoghurt in Mode kommt. Mein größer Sojaverzehr ereignet sich über Sojajoghurt. Den esse ich gerne mit Obst, auf meinen Pancakes, in meinem Müslie usw.

    LG
    Karmi

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    1. Kokosjoghurt? Da wäre ich aber auch fleißiger Verzehrer. Zum Backen ist der bestimmt toll. Wo bekommt man den denn sonst, also in welchem Land?
      Mit den Sojadrinks habe ich auch immer meine liebe Qual. Geht man irgendwo mit anderen Kaffee trinken und es heißt, "Wir haben auch was veganes!", ist es immer mit Sojamilch :/ Hafer oder Reis wäre mir da viel lieber.

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  3. Hallöchen,

    ich habe dich auf meinem Blog verlinkt, du hast einen Award!

    http://aileanab.blogspot.de/2013/06/wieder-ein-blog-award.html

    Ganz liebe Grüße,
    Aileana :D

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  4. Oder die Bio-Verächter. Hauptsache "hackhackhack" draufrumgehackt und weiter die billigste ekeligste Discountermilch mit Eiter inklusive oder die günstigsten Eier gekauft. Aber wehe da tut sich ein Bio-Skandälchen auf! "Die sind ja auch nicht besser"-Blabla

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    1. Die Bio-"Skandale" sind nur Resultat der Kontrollen und die sollen doch schließlich unsere Sicherheit gewährleisten. Gäbe es mehr Kontrollen und Richtlinien in der konventionellen Landwirtschaft und Tierhaltung, hätten wir täglich mehrere Skandale. Da wären dann einige Bio-Kritiker ganz schnell ganz schön still.

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