Platt

17 Juli 2013


So fühlt sich mein Leben derzeit an.
Irgendwie... platt...

Dabei denke ich, nicht mein Leben sei platt, sondern ich.

Wenn man über gut 13 Jahre hinweg nur um alles und jeden kämpfen musste, immer wieder enttäuscht, verraten und im Stich gelassen wurde, baut sich "ein schönes, friedvolles Leben" oder hauptsächlich das Empfinden dafür nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate wieder auf.
Mein Fokus demotiviert mich, weil ich im Grunde nicht mehr in der Lage bin, das schöne und energiespendende in mich aufzunehmen und zu genießen, außer in ganz kleinen Portionen.

Ganz schön gemein, oder? Mir geht es ja nicht allein so. An allen Ecken und Enden wird einem Wellness und Erholung versprochen, nach denen man dürstet, aber sie stopfen nur winzige Augenblickslöcher, die nicht viel zur Besserung beitragen können. Hinterher rennen wir weiter mit unserem wirren Kopf und tausenden, vor unseren Augen tanzenden Aufgaben durch den Alltag.
Weswegen man auch nicht mit dem Gedanken in Urlaub fahren sollte, dass eine angespannte Beziehung sich dort bessern würde. Die Anspannung liegt in uns, nicht so sehr in unserer Umgebung.

In meinem Fall bin ganz deutlich ich das Hauptproblem, bzw. das was meine Probleme am Ende aus mir gemacht haben. Irgendwann war es einfach zuviel und mein Geist stellte auf Durchzug.
Nun ziehen jedoch auch die schönen und erholsamen Dinge durch, bzw. ungenutzt vorbei.
Die negativen Dinge hinterlassen einen deutlichen Nachgeschmack und die positiven verpuffen recht schnell.
Psychologisch ist das einleuchtend, lernen wir doch aus schlechten Erfahrungen meist viel eindrucksvoller, als aus den guten.

Wir sind nicht etwa die Summe unserer Erfahrungen, sondern das, was wir am Ende daraus machen.
Nur weil wir etwas erfahren, lernen wir noch lange nichts daraus. Was leider bei sehr vielen der Fall ist...
Rein hypothetisch sind wir Prozesse.

Mein Prozess ist sprichwörtlich etwas eingefahren.
Könnte man mit einer ziemlich breiten Straße vergleichen, die ich täglich rauf und runter fahre.
Ich starre immer stur geradeaus, um mich auf das vor mir liegende zu konzentrieren und den Weg nicht aus den Augen zu verlieren - eigentlich dumm, immerhin ist die Straße doch deutlich und ich kenne sie aus der täglichen Routine. Und in Wahrheit ist mein Kopf auch ganz woanders, ich kann gar nicht sagen wo, jedenfalls liegen nicht 100% meiner Aufmerksamkeit auf der Straße vor mir.
Das bedeutet leider auch, dass ich die schöne Umgebung und die vielen unscheinbaren, zu kleinen Abenteuern einladenden Seitenstraßen und Feldwege nicht wahrnehme. Auch nicht den blauen Himmel, mit den vorbeiziehenden Vögeln. Das Leben rauscht nicht an mir vorbei weil ich es nicht lebe, sondern weil ich hindurch rausche, ohne etwas an mich heran lassen zu können, bzw. den Fokus richtig zu legen.
Mich springen meistens die taktisch klug platzierten Werbeschilder am Straßenrand an, die eigentlich etwas ganz anderes in mir ansprechen, was mir unterschwellig etwas mitteilen möchte. Nur reagiere ich dann auf das Schild direkt, anstatt auf die in mir auftretende Reaktion.
Wer außer mir selbst sollte daran etwas ändern können?
Ich muss mir "nur" wieder richtig zuhören und dabei sehr geduldig mit mir selbst sein. Nach 13 Jahren Krieg braucht es eben Jahre des Wiederaufbaus. Vor allem, wenn man in dieser Zeit sehr, sehr viel verloren hat.


Kommentare:

  1. *dich einfach mal virtuell in den Arm nehm*

    tris

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  2. Gemäß dem Motto "Wie du mir so ich dir" :
    Ich werde immer dann da sein, wenn du es am ehesten brauchst und es sein soll :)
    Auf eine Weise die sein soll und auf die Weise die du brauchst :)
    Auf eine Weise, die ich dir versprechen kann
    Auf eine Art und Weise, die ich Verantworten kann
    Auf diese Weise tu ich dir,
    wie du sonst mir

    Wenn du etwas brauchst dann sag es mir
    Wenn du reden willst rede mit mir
    Wenn du willst, gedulde ich mich mit dir :)

    Wenn ich nicht arbeite darfst du auch anrufen ;)
    Ansonsten wünsche ich dir Erfolg für die Wiedererlangung deines Fokus!
    Nie vergessen: Ich bin jemand den du nicht so einfach los wirst *g*

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  3. ich hoffe das sich das bei dir mit jedentag oder auch mit jeden jahr bessert, oft merkt man veränderungen nur nach jahren...
    aber mache dir da auch keinen streß mit, lass dir einfach zeit...

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  4. Das klingt nach viel "Arbeit". Aber so nach und nach wird das schon.
    Alles Liebe
    Rosi

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