Gedankenbröckchen

03 September 2013


Als ich noch jünger war, verspürte ich immer eine gewisse Sehnsucht. Sie sorgte lange Zeit für Unruhe und dafür, dass ich immer genau die falschen Leute in mein Leben ließ.


Ich lernte eine Frau kennen, die in mir sowie einigen anderen  etwas besonderes ansprach.
Ihr Wesen machte uns das Versprechen von etwas ganz essentiellem, das wir damals suchten und das wir zu vermissen und in ihr gefunden glaubten.
Dabei war sie nur die bloße Hülle, soviel ist mir heute bewusst.
Sie war nur unser Mittel zum Zweck, um uns unsere Sehnsucht körperlich fassbar, begreifbar zu machen. Es war also unumgänglich, dass wir von ihr verletzt wurden, uns verraten und verkauft fühlten.
Wir fühlten uns nicht ihretwegen in ihrer Nähe akzeptiert, geborgen und verstanden. Das wäre auch ziemlich dumm und gefährlich gewesen, immerhin fiel diese Frau mehr und mehr dem Größenwahn anheim und riss noch einige mit sich in diesen Abgrund.

Was wir in ihr sahen, war der bloße Grund unserer Sehnsucht, eine Reflektion dessen, was wir suchten und vermissten. Für jeden war es etwas anderes, aber zumeist eine Konfrontation mit sich selbst, unserem wirklichen Ich, welches wir bis dahin nicht in der Lage waren zu sehen.
Sie selbst nutzte diese Aufmerksamkeit, um sich als etwas hinzustellen, was sie nicht war, ist oder glaubt zu sein.

Ich persönlich erlebte in ihrer Nähe einen Moment inneren Friedens, wie ich ihn noch nie gekannt hatte. Dabei war sie nicht relevant, es war der Ort, die Stimmung, der Moment. Das es sich in ihrer Wohnung zutrug, war nur nebensächlich. Dennoch verband ich es eine zeitlang mit ihr, alleine aus dem örtlichen Gefüge heraus.
Etwas später erlebte ich die gleiche Ruhe an einem anderen Ort, dieses Mal wirklich mit einem anderen Menschen. Dieses Gefühl war um Welten besser, lebendiger und weniger steril in Erinnerung bleibend. Ich begann an diesem Punkt zu begreifen, dass diese Frau mir nie das war, was sie vorgegeben hatte zu sein und was mein Kopf sich zusammen gereimt hatte.
Während sie ihren misanthropen Wahn auslebt, umarmt mich das Leben.
Zugegeben, ohne sie wäre ich nicht, wo ich bin. Aber Dankbar bin ich für all die Verleumdungen, Lügen und Machtspielchen nicht. Sie hat Menschen zerstört und in Abgründe gestoßen, die sie niemals alleine bewältigen können. Nur die stärksten haben es überstanden.


Egal wieviel persönliches Wachstum man erfahren kann, ich wünsche niemandem von Euch so eine Begegnung. Lieber sollen Freunde, Familie und geliebte Menschen in Euch jene Sehnsucht spiegeln, die Euch unruhig antreibt und Euch Eurem Selbst näher bringen.
Das wünsche ich Euch von ganzem Herzen.


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