:: Buchrezension :: "Im Schatten der Kiefer" von Sandy Taikyu Kuhn Shimu

08 Oktober 2016

Die Tage hatte ich eine Mail vom Schirner Verlag in meinem Postfach, mit der Ankündigung für ein neues, sehr interessant klingendes Buch. Der Verlag hat mir dieses Buch freundlicherweise für diese Rezension zur Verfügung gestellt. (Herzlichen Dank!)

Sicher hat der ein oder andere von euch schon einmal die Geschichte vom Sprung in der Schüssel gelesen. Diese kursiert schon eine Weile im Netz und hat vielen ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Passenderweise ist es die erste kleine Geschichte im Buch von Sandy Taikyu Kuhn Shimu "Im Schatten der Kiefer. Inspirierende Zen-Geschichten für Körper und Geist."

In unserer allzu schnelllebigen Zeit sind solche Geschichten ein kleiner Segen, der oftmals sehr dankbar angenommen wird und einen Moment Ruhe und Besinnlichkeit schenkt. Man schöpft Kraft und Inspiration aus den Lebenserfahrungen, gewinnt neue Einsichten und ändert den Blickwinkel. Ich bin sicherlich nicht die einzige, die solche Erzählungen liebt und schätzt.
In diesem Buch sind viele traditionelle, aber auch moderne Zen-Geschichten zusammengetragen, die einem den Tag versüßen oder zum Nachdenken anregen können. Es ist wunderschön bebildert und gestaltet.

Diese hier finde ich besonders erheiternd und sie zeigt wunderbar, wie ein persönlicher Standpunkt die Sicht der Dinge prägt:

Schöne Haare 

Es war einmal vor langer Zeit in einem fernen Land eine Frau, die am Morgen in den Spiegel blickte und sah, dass sie nur noch drei Haare auf dem Kopf trug. Sie lächelte und dachte: "Nun gut, heute flechte ich mir einen schönen Zopf." Sie freute sich und genoss einen wunderbaren Tag. Einen Tag später sah die Frau wieder in den Spiegel und stellte fest, dass sie nur noch zwei Haare besaß. Sie lächelte und sagte leise: "Nun gut, heute mache ich mir einen schönen Scheitel." Sie freute sich und erlebte einen weiteren wundervollen Tag. Wieder einen Tag später, als die Frau erneut in den Spiegel sah, hatte sie nur noch ein Haar auf dem Kopf. Sie lächelte und sagte: "Nun gut, heute binde ich mir einen hübschen Pferdeschwanz." Gesagt, getan, die Frau hatte einen glücklichen Tag. Am nächsten Tag sah die Frau in den Spiegel und stellte fest, dass da kein einziges Haar mehr war. Ihr Kopf war komplett kahl. Sie lächelte und sagte freudestrahlend: "Wie wunderbar, heute brauche ich gar keine Haarpflege!" Und sie verlebte abermals einen fantastischen Tag.

(Ich kenne genug Frauen, die in dieser Geschichte einen Nervenzusammenbruch erlitten hätten.)

Die Autorin ist neben Zen-Meisterin und Beraterin auch Künstlerin, lehrt Kung Fu, Yoga, Zen und QiGong. Sie liebt es ihre Leser durch Worte zu den vier großen "F" zu führen: Freude, Fülle, Frieden und Freiheit. 
"Meine Werke befassen sich vorwiegend mit den östlichen Bewegungs- und Lebenskünsten. Dabei geht es mir vor allem darum, das theoretische Wissen in die Praxis, in den Alltag umzusetzen. Leben ist die Begegnung mit dem Augenblick. WORTKUNST bringt diesen Augenblick auf den Punkt.
Ich wünsche Ihnen viel Inspiration und Lesespass!", so kann man es auf ihrer Homepage ☞ www.taikyu.ch nachlesen. Alleine ihre Vita macht sie mir direkt symphatisch.

Wer auf der Suche nach einem Geschenk, Mitbringsel oder bereist einem Weihnachtsgeschenk ist, macht mir diesem Buch bestimmt nichts verkehrt.


Inspirierende Zen-Geschichten für Körper und Geist
136 Seiten, Hardcover mit Lesebändchen, farbig, mit Abbildungen
ISBN 978-3-8434-1264-3
(D) 9,95 € | (A) 10,30 €
Schirner Verlag

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