Wie kann ich meinen Vorratsschrank noch füllen?

22 März 2020

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Ich hoffe, der Titel führt nicht sofort zu der Annahme, dass dies eine Anleitung zum Hamstern ist. Die Bundesregierung empfiehlt schon lange, dass man für Notfälle Vorräte für ca. 10-14 Tage im Haushalt haben sollte. Besonders nach dem Schneesturm in Münster und den darauf folgenden Stromausfall vor ein paar Jahren, kam das Thema wieder ins Gespräch, was viele leider nicht aufmerksam genug verfolgt oder ersnt genommen haben.
Natürlich ist das nicht jedem möglich. Auch wir stoßen Platz technisch mit unserem vierköpfigen Haushalt (sechs, wenn man die Samtpfoten einrechnet) an unsere Grenzen. 
Wir hatten Glück im Unglück, im Januar hatte uns alle die Grippe flach gelegt, wodurch wir für gut vier Wochen keinen geregelten Tagesablauf hatten, kaum zum Einkaufen kamen und viel zu viel Geld für Medikamente und Lieferdienste ausgeben mussten.
Ich hatte daraufhin begonnen unsere Vorräte wieder aufzustocken, was uns nun in Zeiten der Panikkäufer einen Vorteil verschafft hat.
Dennoch fehlte uns einiges, was wir sonst in Ausflügen in nahegelegene Großstädte besorgen würden.
Da mein Mann und ich zur Risikogruppe gehören, versuchen wir jeden Kontakt so gut es geht zu vermeiden und zu Hause zu bleiben. Auch wurden die meisten Geschäfte schon fast ratzekahl leer gekauft.

Ich möchte hier ein paar Möglichkeiten aufführen, wo wir noch Lebensmittel herbekommen, die hoffentlich dem ein oder anderen helfen.

1. Aboboxen:

Wir bekommen alle zwei Wochen die Etepetete Box. In der Box befinden sich Obst und Gemüse, die für den Handel nicht hübsch genug, zu groß oder klein sind oder schlichtweg aus Überproduktion stammen.


Lokale Bio Bauern bieten sehr oft einen Lieferservice mit eigenen Boxen an.

Auch Hello Fresh kann eine Idee sein, um an frische Lebensmittel zu kommen.

2. Internationale Läden und Feinkosthändler

Viele türkische, asiatische, polnische, griechische, russische oder Läden anderer Nationalitäten bieten neben Reis, Nudeln, Hülsenfrüchten und Gewürzen auch frische Lebensmittel oder Tiefkühlware an. 
Wenn diese nicht gerade mitten in einer Großstadt in einem der bekanntesten und stark besuchten Bezirke liegt, hat man gute Chancen dort noch einiges zu bekommen.

3. Unverpackt Läden

Leider gibt es von diesen noch viel, viel zu wenige. Das hat aber auch den Vorteil, dass nicht alle Leute auf einmal dort einkaufen gehen. Schaut, ob ihr in eurer Gegend einen findet und fragt am besten telefonisch nach, wie die Bestände des Ladens sind.

4. Online Händler

Wer wie wir eher ländlich lebt, findet viele vegane Lebensmittel nicht oder nur in geringen Mengen oder Auswahl. Deshalb bestellen wir regelmäßig bei Alles Vegetarisch.
Unsere letzte Bestellung hat gezeigt, dass sie noch gute Bestände haben und regelmäßig aufstocken.


Koro ist eine gute Adresse für Familien, die problemlos Großpackungen an Reis, Nudeln, Trockenfrüchten, Nüssen usw. verbauchen. Die Online-Drogerie bietet vieles in Kilopackungen an. Natürlich ist derzeit die Nachfrage sehr hoch, aber hier kann man durch regelmäßiges Aufsuchen der Seite und überprüfen der Bestände die persönlich benötigten Lebensmittel bekommen.

Wer sich nicht an abgelaufenen Verfallsdaten stört, kann bei Sirplus Lebensmittel retten. Das Angebot im Shop hängt davon ab, was die Betreiber Händlern abkaufen konnten.

Amazon Pantry zieht derzeit Lebensmittelbestellungen allen anderen vor und liefert diese schneller aus. Das sorgt dafür, dass vieles ausverkauft ist.
Im Marketplace überschlagen sich die Wucherpreise. Wenn man geduldig viele Anbieter durch geht und direkt nach Waren sucht, kann man sich einen guten Überblick verschaffen und noch Schnäppchen abgreifen. Es kann sich sehr lohnen, einen einzelnen Anbieter zu suchen und dessen Angebot zu durchstöbern. Ich habe so unsere asiatischen Lebensmittel wieder aufstocken können und habe mit dem Einkauf größerer Mengen etwas Geld gespart. Einzeln kosteten z.B. Tofu und Sojasauce fast das Doppelte bis Dreifache im Vergleich zu einer Doppel- oder größeren Packung. Für uns lohnt sich das, da wir sehr oft asiatisch kochen. Bitte bestellt nur, was ihr wirklich verbraucht, oder fragt Verwandte und Bekannte, ob sie etwas gebrauchen können und teilt mit ihnen.

Bedenkt bei Onlinebestellungen, dass durch das erhöhte Bestellaufkommen die Lieferzeiten länger ausfallen und Preise noch ansteigen können. Gute Planung ist jetzt das A und O.

5. Hofläden, Bäckereien und Wochenmärkte

Bauern und Händler sind immer noch von uns abhängig. Vielleicht haben die Läden und Stände inzwischen nicht mehr alles, was unser Herz begehrt, dennoch haben sie immer noch Waren, die sie uns verkaufen können und müssen. Solange es euch möglich ist, besucht sie bitte und kauft bei ihnen ein. Wir versuchen z.B. bei unserem Hühnerhofladen noch regelmäßig Kartoffeln und beim Bäcker Brot zu bekommen.


6. Fundgruben und Restpostenmärkte

Hier findet man vielleicht noch die ein oder andere Konserve, Tütensuppe, Kartoffeln oder Monsterpackungen Apfelsaft.

7. Tiefkühllieferanten

Die zwei größten Namen im deutschen Raum sind bofrost und Eismann. Ob dieser Service etwas für euch ist, müsst ihr gründlich abwägen. Die Preise sind im Vergleich zu Supermärkten höher, dafür merkt man bei manchem Produkten einen gehörigen positiven Qualitätsunterschied.


Zum Dumpstern zu raten, wäre absolut fahrlässig. Hygiene sollte derzeit an oberster Stelle stehen. Seht davon ab Mülltonnen der Supermärkte zu durchsuchen. Außerdem haben die Märkte durch die Hamsterkäufe sicher nicht viel zu entsorgen.

Bitte seid so gut und kauft nur, was ihr verbraucht bekommt. Personen mit geringem Einkommen, Senioren, Obdachlose usw. leiden sehr unter der derzeitigen Situation. Nicht jeder hat ein Auto. Nicht jeder kann endlos viel nach Hause tragen. In unsere Lebensmittel sind sehr viele Ressourcen geflossen. Verschwendet bitte nichts.

Unser Klopapier neigt sich langsam dem Ende, wir werden zur Not auf Waschlappen umsteigen. Durch die Kinder haben wir zum Glück jede Menge. Falls ihr keine habt, könntet ihr alte Handtücher aussortieren und auf passende Größe zuschneiden. Einfach abduschen kann auch reichen.

Lasst euch nicht unterkriegen und bleibt gesund!

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